Das Leben von Juden in Hessen

In Hessen leben derzeit etwa 11.700 Juden. Die meisten Hessen, die jüdisch sind, wohnen in Frankfurt am Main, weshalb es dort besonders viele Angebote wie koscheres Essen und Kulturveranstaltungen gibt. Doch auch in anderen Städten existieren aktive jüdische Gemeinden und lebendige jüdische Kultur.

Religion und Gemeinden

In Frankfurt am Main ist die jüdische Religion so präsent wie in nur wenigen anderen deutschen Städten. Die Frankfurter Gemeinde umfasst über 7.000 Mitglieder, während die Gemeinde in Wiesbaden aus 850 Personen besteht. Heute ist die gelebte Religion von Menschen mit osteuropäischen Wurzeln geprägt, die beispielsweise aus Russland einwanderten.

Die Anzahl der hessischen Gemeinden sankt in den letzten Jahren leicht, wie die „Jüdische Allgemeine“ und die „FAZ“ berichteten. Der wichtigste Grund für die Verringerung der Menschen, die jüdisch sind, ist die zunehmende Alterung der Gesellschaft, die sich auch in den religiösen Gruppen widerspiegelt. Konvertierungen sind eher selten.

Die meisten Gemeinden gehören zum Landesverband der Jüdischen Gemeinden in Hessen. Eine Ausnahme bilden die Frankfurter Gemeinde sowie eine liberale Gemeinde in Nordhessen, die jeweils anderweitig organisiert sind.

Koschere Restaurants und Geschäfte

Koscheres Essen zu finden, stellt oft eine Herausforderung dar – das ist in hessischen Städten nicht anders als an vielen anderen Orten in Deutschland. Ein koscheres Restaurant in Frankfurt am Main ist jedoch das „Sohar’s“, das sich auf jüdische Kundschaft spezialisiert hat und auch ein koscheres Catering anbietet.

Im Kurort Bad Nauheim gehört zum jüdischen Gemeindezentrum ebenfalls ein koscheres Restaurant. Darüber hinaus organisiert die Gemeinde in Bad Nauheim kulturelle Veranstaltungen für Juden, die zur Gemeinde gehören. Die Synagogen in Wiesbaden und anderen Städten übernehmen eine ähnliche richtungweisende Funktion für die jüdische Kultur im Bundesland.

In Frankfurt gibt es mit „Migdal“ darüber hinaus einen Laden, der zahlreiche koschere Lebensmittel anbietet. Auch der Edeka „Schek-In“ in Frankfurt stellt seiner Kundschaft eine Auswahl von koscheren Speisen zur Auswahl.

Jüdisch-hessische Kultur

Jedes Jahr feiern Juden und andere Interessierte in Frankfurt das jüdische Leben mit dem sogenannten Israel-Tag. Dieser wird von dem Verein „I like Israel“ organisiert und findet in zahlreichen weiteren Städten statt. Mit Musik, Reden, koscherer Verpflegung und einem eigenen Programm für Jugendliche spricht die Veranstaltung viele unterschiedliche Altersgruppen an.

Auch das Jüdische Museum hat seinen Sitz in Frankfurt. Es ist das älteste Museum in Deutschland, das der jüdischen Kultur gewidmet ist. Das Museum wird derzeit erweitert und beschäftigt sich vor allem mit der jüdischen Geschichte. Im Freilichtmuseum „Hessenpark“ gibt es darüber hinaus die Dauerausstellung „Jüdisches Landleben“ zu sehen.